Die Aufgabe ist gelöst. Aber hat der Lernende auch etwas gelernt? Diese Frage steht im Zentrum des Einsatzes von künstlicher Intelligenz in der Berufsbildung. Sie betrifft nicht nur Berufsfachschulen, sondern auch die Ausbildung in den Betrieben.

KI-Nutzung zwischen Lernen und Schummeln

Forschende der Universität Zürich und der Eidgenössischen Hochschule für Berufsbildung (EHB) berichten im Fachmagazin Transfer über eine Befragung an fünf Berufsfachschulen. Häufigere KI-Nutzung ging dabei mit subjektiv besserem Lernen und mehr Schummeln einher.

Für die betriebliche Ausbildung stellt sich deshalb die Frage: Wie lässt sich KI so in den Ausbildungsalltag integrieren, dass sie das Lernen stärkt?

[Zum Fachbeitrag in Transfer](https://lnkd.in/eqMvbRsd)

Potenzial entlang der Ausbildungssequenzen

Matthias Probst begleitet seit vier Jahren ein Bildungszentrum für Automatiker und Polymechaniker bei Kaizen und Lean Thinking. Gemeinsam mit dessen Leiter skizzierte er Kernprozesse am Whiteboard. Rund um die Ausbildungssequenzen erkannten sie Potenzial für KI in folgenden Bereichen:

  • Vorbereitung und Instruktion
  • Lernförderung
  • Wissensmanagement
  • Nachbereitung und Dokumentation
  • Direkter Einsatz als Sparringpartner

KI kann unnötigen Aufwand reduzieren und notwendige Nebenaufgaben erleichtern. Dadurch kann mehr Zeit für die Begleitung der Lernenden entstehen.

Darüber hinaus kann KI Berufsbildende stärken: Als Sparringpartner kann sie ihnen helfen, Lernende gezielter zu fordern und zu fördern.

Begleitung und klare Regeln statt Zufall

Lernende gehören auf diesen Weg. Sie sollen KI nutzen und zugleich ihre Grenzen erkennen. Das eigene Denken bleibt entscheidend. Auch Betriebe tragen dafür Verantwortung.

Die These von Matthias Probst: Ohne Begleitung und aktive Integration von KI in den Ausbildungsalltag bleibt eher dem Zufall überlassen, wie Lernende KI nutzen. Gemeinsames Ausprobieren, kritisches Hinterfragen und klare Regeln können daraus eine Lernchance machen.

Dafür brauchen auch Berufsbildende Raum, um eigene Erfahrungen mit KI zu sammeln.

Kurs: KI als Sparringpartner in der Berufsbildung

Der Kurs «KI als Sparringpartner in der Berufsbildung» greift dieses Thema auf. Matthias Probst führt ihn gemeinsam mit Nicolas von Allmen, Bildungsmanager bei der Swissmem Academy, am 11. November in Winterthur durch.

[Informationen zum Kurs und Anmeldung](https://www.swissmem-academy.ch/de/kurse/ki-als-sparringpartner-in-der-berufsbildung.html)

Die Kernaussage: KI soll nicht nur beim Lösen von Aufgaben helfen, sondern das Lernen stärken. Dafür braucht es Berufsbildende und Betriebe, die ihren Einsatz aktiv begleiten und gemeinsam mit den Lernenden kritisch erproben.